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Veröffentlichungen

09.05.10: Bedarfs, oder Verbrauchsausweis?

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis

Das ifeu-Institut hat im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. (vzbv) untersucht, ob ein Bedarfs- oder Verbrauchspass besser geeignet ist, die Anforderungen der EU-Richtlinie aus Sicht von Mietern und Käufern zu erfüllen. Bei den bisherigen Diskussionen wurde die Perspektive der potenziellen Mieter und privaten Käufer nach ifeu-Meinung nur unzureichend berücksichtigt. Die Studie des ifeu-Instituts vom Februar 2006 legte den Fokus deshalb auf die Sicht dieser potenziellen Nutzer. Primär möchten sie wissen, mit welchen Energiekosten sie bei einer Anmietung oder beim Kauf rechnen müssen und mit welchen Maßnahmen zu welchen Kosten gegebenenfalls eine energetische Verbesserung erreicht werden kann. Dazu benötigen sie unter anderem Informationen über die energetische Qualität des Gebäudes.

Anhand aktueller Auswertungen wurde herausgearbeitet, dass es im Einzelfall selbst bei größeren Gebäuden zu erheblichen Abweichungen zwischen dem berechneten Energiebedarfskennwert und dem tatsächlichen Energieverbrauchskennwert kommt. Die Vorstellung, von einem bekannten realen Verbrauch (zum Beispiel aufgrund der letzten Heizkostenabrechnung) auf einen nutzerunabhängigen Bedarf rückschließen zu können oder umgekehrt, ist daher unrealistisch. Auch kann der Verbraucher aufgrund des unterschiedlichen Nutzerverhaltens weder mit Hilfe des Energiebedarfs noch des Energieverbrauchs seine persönlichen zukünftigen Energiekosten verlässlich einschätzen.

Auf der anderen Seite ist durch das Ziel der Gebäuderichtlinie, mit dem Energiepass als Ranking-Instrument indirekt die Energieeffizienz der Gebäude zu erhöhen, die Richtung bereits vorgegeben. Allein aus der Darstellung des aktuellen spezifischen Energieverbrauchs kann nur sehr begrenzt ein verlässlicher Vergleich mit anderen Gebäude erfolgen. Zudem gibt die Richtlinie vor, dass dem Energiepass "Empfehlungen für die kostengünstige Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz" beigefügt werden sollen. Spezifische Empfehlungen für Modernisierungsmaßnahmen können jedoch nicht aus einem Verbrauchspass abgeleitet werden.

Quelle: ifeu Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH

Anmerkung der Redaktion:

Ein Verbrausausweis ist in höchstem Maße abhängig vom jeweiligen Nutzer, deshalb kann ein Rückschluss auf den Energieberauch nicht hergeleitet werden.

Um einen vergleichbaren Energieausweis zu verwenden, kommt nur der "bedarfsabhängige Energieausweis" in betracht.

Alles andere ist eher unseriös.